Psychopathologie
Psychische Störungen und Psychosomatik verstehen, einordnen und die eigenen Grenzen sicher bestimmen
Psychopathologie
-
5 Plätze frei
-
16.01.2027 - 13.02.2027
-
08:00 - 14:30 Uhr
-
Palacios Institut, Bern
-
Jasmine Siegenthaler
-
mit Fachbestätigung
-
CHF 690.-
Geleitet von:
Jasmine Siegenthaler
Psychopathologie – Psychische Störungen erkennen, einordnen und die eigenen Grenzen sicher bestimmen
Teil der Medizinischen Grundlagen Stufe 1
Worum es geht
In Ihrer Praxis sitzen Menschen mit Ängsten, mit Erschöpfung, mit Schmerzen ohne klaren Befund. Manche bringen eine Diagnose mit, viele nicht. Diese Weiterbildung gibt Ihnen das Raster, um Zusammenhänge zu erkennen, und die Sprache, um sich mit Ärzt/innen und Psychotherapeut/innen abzustimmen.
Dabei geht es nicht darum, Diagnosen zu stellen. Es geht darum zu verstehen, wie Verletzlichkeit, Belastung und Ressourcen zusammenwirken, wie ein Teufelskreis der Angst entsteht, wie sich chronischer Schmerz verselbständigt. Wer das versteht, arbeitet ruhiger, erkennt Warnsignale früher und weiss, an welchem Punkt eine Weiterverweisung das Richtige ist.
Die Haltung dahinter
Dem Störungsteil ist das Recovery-Modell vorangestellt: Gesundung ist auch bei schweren, chronischen psychischen Erkrankungen möglich und im Mittelpunkt steht nicht die Erkrankung, sondern der ganze Mensch mit seinen Stärken und Potenzialen. Dazu kommt die Gesprächshaltung nach Carl Rogers mit Wertschätzung, Empathie und Echtheit – ergänzt um einen vierten Punkt, der in helfenden Berufen ebenso wichtig ist: Abgrenzung.
Inhalte
- Grundlagen und Modelle
Was ist Psyche, was ist Psychosomatik. Bio-psycho-soziales Modell nach Engel, Vulnerabilitäts-Stress-Kompetenz-Modell, Recovery-Modell. Normative und nonnormative Krisen, konfliktträchtige Lebensbereiche, spezielle Fragestellungen der psychosomatischen Anamnese. Klassifikation psychischer Störungen nach ICD-10 und DSM. - Angst und Depression
Angststörungen nach ICD-10 mit Agoraphobie, sozialen und spezifischen Phobien sowie generalisierter Angststörung. Funktionen der Angst, Teufelskreis der Angst und wie er durchbrochen wird. Depression mit Symptomen, Ursachen, somatischem Syndrom und psychotischen Symptomen, Teufelskreis der Depression, frühzeitiges Erkennen und Entlasten. Beide Bilder werden an ausführlichen Fallgeschichten durchgearbeitet. - Kommunikation und therapeutischer Prozess
Kommunikationstheorie nach Watzlawick, Botschaftsarten nach Schulz von Thun, Kommunikation im therapeutischen Setting nach Rogers. Erfolgreiche und gestörte Kommunikation, Folgen von Kommunikationsstörungen und ihre Vorbeugung. Therapeutischer Prozess von der Anschlussfindung über die gemeinsame Ziel- und Problemdefinition bis zum Abschluss. Ethische Aspekte mit Heilversprechen, Stereotypen und der Kurzschlussfalle. Rechtliche Aspekte nach schweizerischem Recht: Handlungs- und Urteilsfähigkeit, Beistandschaft, Erwachsenenschutzbehörde und fürsorgerische Unterbringung. - Stress, Burnout und Trauma
Stressbegriff und Allgemeines Anpassungssyndrom nach Selye, kognitiv-transaktionale Stresstheorie nach Lazarus, Eustress und Distress. Stressindikatoren, Auswirkungen chronischen Stresses auf Körper und Immunsystem. Bewältigung: problem- und emotionsorientiert, assimilativ und akkomodativ, Festhalten und Loslassen von Zielen. Ressourcen, Schutz- und Resilienzfaktoren, Kohärenzsinn nach Antonovsky. Burnout mit Einflussfaktoren, Symptomen und fünf Ausprägungen. Trauma und PTBS: Auslöser, Typ I und Typ II, Regulationszustände nach der Polyvagal-Theorie, Vorgänge im Gehirn, Stabilisierung, Verarbeitung und Reintegration. Suizidalität mit Risikofaktoren und Warnsignalen. - Schmerz, Psychosomatik und Krankheitsbilder
Schmerz im bio-psycho-sozialen Modell, Nozizeption und Gate-Control, akuter versus chronischer Schmerz, Bedingungen der Chronifizierung, chronisches Krankheitsverhalten und das Verhalten der Behandelnden, somatoforme Schmerzstörung F45.4, Schmerzbewältigung. Wie die Psyche auf den Körper wirkt – als Beteiligung an Ursache und Verlauf und als Folge. Placebo- und Nocebo-Effekt. Überblick über weitere Krankheitsbilder von Essstörungen und Suchterkrankungen über bipolare Störung, Psychosen und Persönlichkeitsstörungen bis zu Zwangsstörungen und Autismus, dazu die gängigen Therapieformen der Psychologie.
Wie gearbeitet wird
Jedes Modell wird eingeführt und unmittelbar auf Fallgeschichten angewendet – zu Agoraphobie, Depression, Burnout, Trauma und psychosomatischen Verläufen. Dazu kommen Gruppenarbeiten zu Fragen aus dem eigenen Berufsalltag: Was führt in Ihrem Beruf zu Abnützungserscheinungen, woran merken Sie es, was hilft dagegen? Wo liegen die Grenzen einer Hypnosetherapeut/in? Wie gestalten Sie den Umgang mit Menschen aus anderen Kulturkreisen? Was halten Sie von Heilversprechen? Die ausführlichen Kursunterlagen bleiben Ihnen als Nachschlagewerk für die Praxis.
Für wen
Für Hypnose- und Gesprächstherapeut/innen, Coaches und Fachpersonen aus Beratung und Begleitung, denen in Gesprächen Themen begegnen, die sie fachlich nicht sicher einordnen können, sowie für alle, die die Medizinischen Grundlagen absolvieren oder dies planen.
Nicht passend ist der Kurs, wenn Sie eine Behandlungsberechtigung oder eine Ausbildung zur Psychotherapeut/in suchen. Psychische Störungen sind nach festen Kriterien klassifiziert und ihre Diagnose bleibt Ärzt/innen und Psychotherapeut/innen vorbehalten – und genau das Wissen aus diesem Kurs macht Ihre Begleitung verlässlicher: Sie erkennen Zusammenhänge, verweisen sauber weiter und arbeiten in Absprache mit den behandelnden Fachpersonen.
Anrechnung
Die Psychopathologie ist Teil der Medizinischen Grundlagen. Der Kurs deckt den Bereich Psychologie und Psychosomatik der Medizinischen Grundlagen Stufe 1 ab; die entsprechenden Lernstunden und der bezahlte Kursbetrag werden angerechnet. Wenn Sie diesen Weg ohnehin gehen, machen Sie hier bereits einen Schritt auf der Strecke – und wenn Sie sich erst später dafür entscheiden, geht Ihnen nichts verloren.
Leitung: Der Kurs wird von der Schwester von Gabriel Palacios geleitet – Jasmine Siegenthaler, dipl. Pflegefachfrau
Der Inhalt des Seminars kann an die Ausbildung der medizinischen Grundlagen (mit 30/150h) angerechnet werden. Dies ist eines von 12 Modulen der Ausbildung «Medizinische Grundlagen». Zusammen mit Absolvierung der 11 weiteren Modulen, darf die Prüfung «Medizinische Grundlagen», ASCA Stufe 1, bei Palacios Relations angetreten werden.
Allgemeine Informationen
Tag 1
Samstag, 16. Januar 2027 von 08:00 – 14:30Uhr
Tag 2
Samstag, 23. Januar 2027 von 08:00 – 14:30Uhr
Tag 3
Samstag, 30. Januar 2027 von 08:00 – 14:30Uhr
Tag 4
Samstag, 6. Februar 2027 von 08:00 – 14:30Uhr
Tag 5
Samstag, 13. Februar 2027 von 08:00 – 14:30Uhr
Seminarort
Palacios Relations Institut
Rosenweg 25 B-C
CH – 3007 Bern
